Roth folgt auf Falk

Knapp fünf Monate Zeit hat Benjamin Roth, um sich gemeinsam mit Hans-Peter Falk auf seine neue Aufgabe vorzubereiten. „Für diese  gut geplante Einarbeitungsmöglichkeit bin ich sehr froh und dankbar“, sagt der Verwaltungswissenschaftler, der auch einen Abschluss als Industriekaufmann vorweisen kann. Anfang September hat der 36-Jährige seinen Schreibtisch bei den Stadtwerken bezogen, um im Februar nächsten Jahres Hans-Peter Falk, der seit 1999 die Haslacher Stadtwerke kaufmännisch leitet und nun dem wohlverdienten Ruhestand entgegensieht, abzulösen. Benjamin Roth bringt viel berufliche Erfahrung aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern mit. Nach dem Studium in Konstanz und dem Master-Abschluss in Verwaltungswissenschaften 2013 in Potsdam arbeitete er mehrere Jahre für eine internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Berlin und München, um dann nach Freiburg als Controller zu einem kirchlichen Arbeitgeber zu wechseln. Mit verbunden war auch ein Umzug ins Gutachtal, um näher bei seinen Eltern zu sein. Seitdem leben er, seine Frau Marthe und ihre beiden Töchter in Gutach.

Mitte Mai wurde er im Gemeinderat vorgestellt und erhielt dessen Zustimmung. Anfang September lernte Roth erstmals seine Kolleginnen und Kollegen kennen. „Ich bin sehr freundlich aufgenommen worden und habe mich schnell wohlgefühlt“, resümiert er die ersten Tage in der für ihn neuen Umgebung und fährt fort: „Ich erhalte hier sehr viel Unterstützung – auf allen Ebenen.“ Das freut auch Hans-Peter Falk. Auf den Kaufmännischen Werkleiter wartet nach 32 Jahren in Diensten der Stadtwerke der Ruhestand: „Wir sind ein Unternehmen für alle Bürgerinnen und Bürger und für die gute Infrastruktur und Versorgungssicherheit verantwortlich. Ich möchte, dass der Betrieb einfach gut weiterläuft.“ Bürgermeister Philipp Saar hat Roth umgehend in das wöchentlichen Meeting der Werksleitung mit ihm als Stadtoberhaupt integriert und freut sich einen so motivierten und kompetenten Nachfolger für den erfahrenen und umsichtigen Hans Peter Falk in den Reihen der kommunalen Bediensteten zu wissen.

Das Foto (M. Schwendemann) zeigt Benjamin Roth (links) und Haslachs Bürgermeister Philipp Saar vor den Stadtwerken. 

Ungewöhnliche Saison

Dorothea Wolber überwacht das Schwimmerbecken im Freibad.„Ungewöhnlich!“ Für Hans-Peter Falk, Kaufmännischer Werkleiter der Stadtwerke Haslach, ist das ein zentraler Ausdruck, wenn er auf die jüngste Freibadsaison zurückblickt. Gerade angesichts der vielen Herausforderungen, die mit der Corona-Pandemie einhergingen, ist er allerdings sehr zufrieden. „Es hat auch unter den erschwerten Bedingungen geklappt“, fasst er zusammen.

„Wir haben sechs Tage nach Veröffentlichung der „Corona-Verordnung über Sportstätten“ ein Hygienekonzept vorgelegt, dies mit den verantwortlichen Stellen abgestimmt, die betreffenden Mitarbeiter geschult, die Infrastruktur geschaffen und das Bad weniger als eine Woche später geöffnet“, sagt der Kaufmännische Werkleiter. Verbunden mit dieser Zusammenfassung gilt ein großes Dankeschön an das Team des Freibads. Denn es habe gerade an ihnen gelegen, die Inhalte der Corona-Verordnung mit der Realität des Schwimmbads in Einklang zu bringen. „Sowohl bei den Vorbereitungen als auch im Tagesgeschäft mit den Badegästen“, sagt Falk anerkennend. Schilder, Wegführungen, der Online-Ticketverkauf – all das wurde in kürzester Zeit umgesetzt. Natürlich habe es Anlaufschwierigkeiten gegeben: „Das Online-Buchungssystem hat anfangs manchmal für Verzögerungen beim Eintritt gesorgt. Doch das Problem ließ sich zeitnah beheben“, resümiert Falk.

 

Bürgermeister Saar gibt grünes Licht

Die Entscheidung darüber, ob das Freibad überhaupt geöffnet werden sollte, fiel im Rathaus in einer großen Runde. Denn schon da war klar, dass es eine ungewöhnliche und schwierige Saison im Vergleich zu allen anderen Saisons werden würde – mit höherem Aufwand und geringeren Einnahmen. Doch gerade in solchen Zeiten sei es wichtig, positive Signale zu setzen und vor allem Familien mit Kindern zu entlasten, befand Bürgermeister Philipp Saar. Am 15. Juni öffnete das Bad seine Pforten – mit einem deutlich höheren Personalschlüssel, um den Hygienevorgaben zu entsprechen, und verkürzten Öffnungszeiten, um überhaupt genügend Personal stellen zu können.

Fast 31.000 Besucher wurden in dieser Saison gezählt – im Vorjahr waren es 107.000. Damit ist 2020 wirtschaftlich gesehen mit einem höheren Minus versehen. Das liege am zusätzlichen Personal zur Überwachung der Corona-Verordnung, für die Reinigung, an Investitionen etwa in den Online-Ticketverkauf und dem administrativen Aufwand sowie an den geringeren Einnahmen aus Eintrittsgeldern, fasst Falk zusammen. So durften aufgrund der Vorgaben maximal 750 Besucher pro Tag auf das Gelände – und auch nur mit namentlicher Anmeldung.

Dass die Vorsichtsmaßnahmen funktionieren, habe sich zum Ende der Saison gezeigt: Über das Gesundheitsamt wurden die Verantwortlichen informiert, dass ein nachträglich mit Corona-Infizierter als Gast im Freibad gewesen war. „Die Badegäste des gleichen Tags wurden darüber sofort in Kenntnis gesetzt und ans Gesundheitsamt verwiesen“, blickt Falk zurück: „Wir sind sehr froh, dass dieser Fall bei knapp 31.000 Besuchern nur einmal vorgekommen ist.“

Auch deshalb sind die Stadtwerke mit der jüngsten Saison zufrieden, die zugleich eine besonders intensive war, resümiert der Kaufmännische Werkleiter: „Auf der persönlichen Ebene war es sogar eine ungewöhnlich schöne Saison, weil wir von den Gästen sehr viel Lob und Dankbarkeit erfahren haben und weil unsere Gäste sehr besonnen und verständnisvoll waren.“

 

Hoffen auf 2021

Eine noch schönere Saison wünschen sich die Stadtwerke für 2021 – mit weniger Einschränkungen und mehr Gästen. Wobei manche Veränderung durch die Corona-Verordnung eventuell bleiben könnte, weil sie sich als sinnvoll erwiesen hat. Falk: „Die Wegführung beim Zutritt und Verlassen des Freibades hat zu einer Entspannung im Eingangsbereich geführt, die von vielen Besuchern als angenehm empfunden wurde.“ Die Vorbereitungen für den kommenden Sommer starten direkt nach dem letzten Öffnungstag. So werden die Becken wie nach jeder Saison grundgereinigt und notwendige Reparaturen vorgenommen. Sichtbare Veränderungen wird es ebenfalls geben: Die Bepflanzung zum Sportgelände hin muss einem Bauvorhaben weichen. „Da werden wir dann entscheiden, wie dieser Bereich anschließend gestaltet wird. Denn die schattenspendenden Büsche sind sehr wichtig und ziehen viele Gäste an“, sagt der kaufmännische Werkleiter abschließend.

Ein gelungener Start

Es sind große Fußstapfen auf die Andrea Schuler bei den Stadtwerken Haslach trifft: Sie übernimmt die Aufgaben von Ingrid Keller. 23 Jahre lang war die Hausacherin die Ansprechpartnerin für Kunden, wenn es um die Verbrauchsabrechnung ging (siehe Bericht). Um den Wechsel reibungslos zu gestalten, arbeiteten Andrea Schuler und Ingrid Keller seit mehrere Wochen zusammen. In wenigen Tagen wird der Wechsel vollzogen und Ingrid Keller in Altersteilzeit gehen.

Expertise im Gepäck

Mit Andrea Schuler, die in Schonach aufgewachsen ist, erhält das Team der Stadtwerke Haslach jede Menge Expertise. Bevor sie den Sprung ins Kinzigtal wagte, arbeitete sie 18 Jahre für einen Energieversorger im östlichen Schwarzwald. „Das war schon ein großer Schritt für mich“, sagt sie über den Wechsel. Der sei auch daher gewollt gewesen, weil sie mit ihrem Partner in Zell am Harmersbach lebt: „Das Arbeitsspektrum ist ähnlich, und es ist natürlich viel näher.“

Für Hans-Peter Falk ist der reibungslose Wechsel an dieser zentralen Stelle wichtig. Daher freut er sich, dass es gelungen ist, Andrea Schuler für die Stadtwerke gewonnen zu haben. „Sie wird ihre Sache gut machen. Davon bin ich überzeugt“, sagt der Kaufmännische Werkleiter über die 43-Jährige. Daher sei es auch kein Problem, dass Ingrid Keller große Fußstapfen hinterlassen habe. „Andrea Schuler wird sicher ihre eigenen Fußspuren im Unternehmen schaffen.“

Das Foto zeigt (von links) Andrea Schuler, Ingrid Keller und Hans-Peter Falk. 

Ein Lächeln für die Kunden

Wie oft Ingrid Keller den Telefonhörer abgenommen und ein Kundengespräch angenommen hat? Wie viele Lächeln sie Kunden geschenkt hat, wenn diese wegen Fragen zur Rechnung zu den Stadtwerken Haslach gekommen sind? Es muss unzählige Male gewesen sein. Doch nach 23 Jahren werden keine weiteren Gespräche oder Lächeln dazukommen, denn die 63-Jährige geht in den Ruhestand.

Stelle in der Buchhaltung 1997 angetreten

Es wird eine Umstellung sein, ist sich Hans-Peter Falk sicher: „Ingrid Keller ist über die Jahre für unsere Kunden zum Gesicht der Stadtwerke geworden, wenn es um die Verbrauchsabrechnung geht.“ Nicht nur das. Die 63-Jährige hat sich auch intern einen hervorragenden Ruf erarbeitet, sagt der Kaufmännische Werkleiter der Stadtwerke: „Sie ist ein echter Glücksgriff, mit der alle Kolleginnen und Kollegen gut und vertraulich zusammenarbeiten konnten und können.“ Als Ingrid Keller 1997 die Stelle in der Buchhaltung antrat, waren die Stadtwerke ein überschaubares Unternehmen mit überschaubaren Aufgaben und zehn Mitarbeitern. „Unser Büro war in einer ehemaligen Wohnung im Werk 1 untergebracht – im Badezimmer gab es sogar noch eine Badewanne“, erinnert sich die Hausacherin zurück.

Viele Veränderungen miterlebt

Seit ihrem Start vor 23 Jahren hat sich nicht nur die Zahl der Kolleginnen und Kollegen auf 20 verdoppelt, auch die Ansprüche an die Stadtwerke sind gestiegen. „Die größte Veränderungen war die Liberalisierung des Strommarkts“, sagt Ingrid Keller rückblickend. Zusätzliche Aufgaben, mehr Erklärungsbedarf gegenüber Kunden, Werbung und Regelungen durch die Behörden sind seitdem an der Tagesordnung. „Spannend“, findet sie. Auch für die heute 63-Jährige bedeutete die Liberalisierung eine Veränderung: Anfangs kümmerte sie sich um Buchhaltung und Verbrauchsabrechnung, „doch das war dann nicht mehr möglich“, sagt die gelernte Steuerfachgehilfin.

Nach der Ausbildung in Wolfach, die sie 1976 abschloss, und einigen Jahren im Ausbildungsbetrieb arbeitete Ingrid Keller mehrere Jahre für eine Wohnungsbaugenossenschaft. Als die Stadtwerke dann 1997 die Stellung in Haslach ausgeschrieben hatten, griff die Mutter zweier mittlerweile erwachsener Töchter zu. „Zum Glück“, ergänzt Hans-Peter Falk mit einem Lächeln.

„Die 23 Jahren waren toll“, blickt Ingrid Keller gutgelaunt zurück. In der langen Zeit als Ansprechpartnerin für die Stadtwerke-Kunden habe es nie Probleme oder Schwierigkeiten gegeben. Und die Vielfalt der Aufgaben hat sie als positive Herausforderung angenommen. „Unsere Stärke ist, dass wir dort arbeiten, wo wir zuhause sind und uns die Region wichtig ist. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen haben wir nicht so viele Abteilungen und arbeiten dementsprechend eng zusammen.“

Wenn der Wecker ab August nicht mehr klingeln muss, will es Ingrid Keller etwas ruhiger angehen lassen. Dann nimmt sie sich mehr Zeit für die Familie. Ein Vorhaben steht dabei schon auf der Agenda: Eine Radtour gemeinsam mit ihrem Mann in die Alpen. Auf dem E-Bike? „Nein!“ Ingrid Keller schüttelt vehement den Kopf. Elektrizität mag im Berufsleben eine große Rolle spielen, privat setzt die sportliche Hausacherin auf reine Muskelkraft.

 

Besser unterirdisch

Es ist ein Baustein für die Zukunft und läutet gleichzeitig das Ende einer Ära ein: Die Freileitungen, mit denen Elektrizität in Häuser transportiert wird, gehören in den meisten Teilen Haslach bald der Vergangenheit an.

Aktuell wird im Bereich Ringstraße und Klosterstraße daran gearbeitet. Die Versorgungsleitungen kommen in den Untergrund, die Leitungen zwischen den Häusern werden abgenommen, die Einrichtungen zurückgebaut. „Wir nutzen die Erneuerung der Straßenbeleuchtung und verlegen die notwendigen Leitungen unter die Erde“, erläutert der technische Werkleiter der Stadtwerke, Ralf Rösch. Noch werden die Straßenzüge dort mit Seilleuchten erhellt, doch bald kommen auch hier die modernen und energiesparenden LED-Laternen zum Einsatz.

Umbau läuft seit 2016

Der Ausbau des unterirdisch liegenden Leitungsnetzes im Bereich Eichenbach läuft seit gut vier Jahren. „Wir haben damit bereits 2016 begonnen“, blickt Rösch zurück. Aktuell geht es um Abschnitte in der Ringstraße und der Klosterstraße. Neben den Leitungen für die zukünftige Straßenbeleuchtung und die Anbindung der Häuser verlegen die Stadtwerke dort auch ein Kabelschutzrohr. „Wenn dort der Breitbandausbau ansteht, kann auf dieses Leerrohr zurückgegriffen werden. Die Straße muss also nicht erneut aufgerissen werden“, sagt Rösch.

Notwendige Zukunftsinvestition

Die Umstellung von Freileitung auf in der Erde verlegte Anschlüsse hat viele Vorteile, so Rösch: Freileitungen sind der Witterung und aufgrund von Wind permanent Bewegung ausgesetzt. „Der Verschleiß ist also vorhersehbar.“ Unterirdisch liegen die Leitungen dagegen sicher. Dazu kommt, dass Arbeiten an den nicht-isolierten Freileitungen erheblich mehr Aufwand und Sicherheitsmaßnahmen erfordern – „zumal diese Leitungen ja immer einen Verbund ergeben. Das heißt, wenn an einem Dachständer etwas zu tun ist und der Strom dort abgeschaltet werden muss, wirkt sich das auf alle anderen Abnehmer aus“. Auch das entfällt, wenn der Hausanschluss im Keller liegt. Rund 110.000 Euro investieren die Stadtwerke in die aktuelle Maßnahme. 420 Meter Freileitung werden dabei durch eine 350 Meter unterirdische Hauptleitung sowie weiteren 180 Meter Hausanschlussleitungen ersetzt.

Abgeschlossen dürften die Arbeiten bis Ende Juli sein, schätzt Ralf Rösch: „Den Rückbau der Freileitung können wir erst angehen, wenn alle betroffenen Häuser umgestellt worden sind. Das sollte in den nächsten vier Wochen erledigt sein.“

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